Städtebauliche Begleitplanung A5 Westast

ENTWICKLUNG VON BIEL UND NIDAU ÜBER DIE KOMMENDEN 35 JAHRE –
EIN PROJEKT DER STÄDTE BIEL UND NIDAU

Städtebauliches Entwicklungskonzept A5 Westast 2016

Nach der Festlegung der Planungs- und Entwicklungsziele bestand die Aufgabe darin, die baurechtlichen Grundordnungen von Biel und Nidau entsprechend anzupassen. Die Basis dazu sollte ein städtebauliches Entwicklungskonzept für das vom A5-Westast unmittelbar tangierte Gebiet sein. Um diese Gesamtübersicht herstellen zu können, waren weitere Zwischenschritte erforderlich.

Leitvorstellung Landschaft

Als vorbereitende Grundlage wurde ab Anfang 2015 die Leitvorstellung Landschaft erarbeitet. Ihre Aufgabe bestand darin,

  • eine Gesamtübersicht der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Stossrichtungen zu erstellen,
  • die Konzepte für die Gestaltung der wichtigen Strassen, Plätze, Parkanlagen und Naturräume zu vertiefen
  • den «roten Faden» für die weiteren Planungsschritte festzulegen.

Das Verfahren wurde mit sechs Teams mit Kompetenzen in den Bereichen Landschaftsarchitektur und Städtebau durchgeführt. Sie erarbeiteten ihre Konzepte im Austausch mit den Fachexperten und der Projektleitung der städtebaulichen Begleitplanung. Das Beurteilungsgremium verabschiedete seinen Schlussbericht am 18. Mai 2015.

Eine zentrale Aussage des Berichts lautet, dass sich die weitere Planung an der vorhandenen Frei- und Strassenraumstruktur orientieren soll. Zudem macht das Beurteilungsgremium zu jedem der fünf Teilgebiete Vorgaben für die nächsten Planungsschritte.

Teilgebietsplanungen

Auf der Grundlage der Leitvorstellung Landschaft erfolgte 2015 die Konkretisierung der städtebaulichen Entwicklungskonzepte in den Teilgebieten Bienne Centre Ost, Seevorstadt und Weidteile. Für die Bearbeitung von Bienne Centre Ost und Seevorstadt wurde jeweils ein Team beauftragt, da hier die Testplanung von 2011 bereits relativ präzise Erkenntnisse hervorgebracht hatte. Das Teilgebiet Weidteile bearbeiteten vier Teams parallel.
Für die Bereiche Bienne Centre West/Bahnhof Süd sowie Wydenau/Ländtestrasse wurde die Konkretisierung der Planung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Derzeit beschränkt sich die Aufgabe hier auf Koordinationsarbeiten mit dem Autobahn-Bauprojekt.

Die Teams erarbeiteten ihre Konzepte zwischen Mai und November 2015 im Austausch mit den Fachexperten und der Projektleitung der städtebaulichen Begleitplanung. Das Beurteilungsgremium verabschiedete seine Schlussberichte am 7. März 2016. Neben der Würdigung der Konzepte enthalten sie Empfehlungen für die weiteren Planungsschritte.

Konzept Teilgebiet Seevorstadt

Kernstück des Konzepts ist die «Rambla». Es handelt sich um eine architektonisch eigenständige Verbindung für den Fuss- und Veloverkehr und eine Verlängerung der Seevorstadt-Promenade bis zum Strandboden. Sie verläuft parallel zur bestehenden Strasse über den offenen A5-Abschnitt und unter der verbreiterten Bahnunterführung hindurch bis auf einen neuen Platz am Eingang der Parkanlage Strandboden. Durch die «Rambla» wird die heutige Verbindung zwischen der Ländtestrasse und der Neuenburgstrasse/Seevorstadt unterbrochen.

Als Ersatz für die Parkplatzanlage Krautkuchen, die der A5 weichen muss, sieht das Konzept ein Parkhaus am Berghang auf dem Seefelsareal vor. Zudem wird hier ein Solitärbau vorgeschlagen.

Verschiedene Themen müssen noch vertieft werden. Zu diesen gehört der Übergang des Strandbodenareals zur tiefer gelegten Neuenburgstrasse. Eine weitere Herausforderung sind die Verkehrsbeziehungen zwischen der Ländtestrasse und der Neuenburgstrasse/Seevorstadt. Eine permanente Verbindung für den motorisierten Individualverkehr steht wegen der querenden «Rambla» nicht mehr zur Verfügung.

Konzept Teilgebiet Bienne Centre Ost

Der A5-Vollanschluss und die bessere Erschliessung werden dazu führen, dass sich die Siedlungsstrukturen im Gebiet zwischen Salzhausstrasse und Keltenstrasse allmählich verändern. Das Quartier wird sich der neuen Situation anpassen – in unmittelbarer Nähe der Autobahn und ihrer Zufahrten schneller, in grösserer Distanz langsamer. Diese Transformation kann schrittweise und über Jahrzehnte erfolgen. Wichtige Quartierstrukturen des neuen Bebauungsmusters lassen sich mit punktuellen baulichen Eingriffen realisieren, da sich die vorgeschlagenen Neubauten und Strassen mehrheitlich an den bestehenden Grundstücksgrenzen orientieren.

Das Konzept schlägt eine gegenüber heute wesentlich dichtere städtebauliche Struktur vor. Geprägt wird sie von Hofbebauungen im Blockrandmuster ähnlich wie im Bieler Bahnhofquartier. Ein Hochhaus beim Bahnhof ist die Ausnahme von diesem Muster. Prägende Elemente sind die Strassenräume. Die Salzhausstrasse als Hauptachse zwischen Biel und Nidau sowie als Autobahnzubringer erhält zusätzlichen Raum. Das gleiche gilt für die Gurnigelstrasse. In ihrem Verlauf soll künftig die Madretsch-Schüss an der Oberfläche fliessen. Der offene Abschnitt der Autobahn wird von der hier platzartig gestalteten Salzhausstrasse und von der Gurnigelstrasse (inklusive Madretsch-Schüss) überquert. Zu einem grosszügigen Platz ausgebaut werden soll die Guido-Müller-Kreuzung vor dem Schloss Nidau.

Vertieft zu studieren sind in der folgenden Planungsphase unter anderem die Verlegung der Schüss in die Gurnigelstrasse, die Linienführung und das Betriebsregime der BTI-Bahn in der ausgebauten Keltenstrasse sowie das Verkehrskonzept.

Teilgebiet Weidteile

Die vier an der Testplanung teilnehmenden Teams präsentierten teilweise sehr unterschiedliche Gestaltungskonzepte, von denen jenes des Teams «w + s Landschaftsarchitekten/ Rolf Mühletaler» das Beurteilungsgremium am meisten überzeugte. Sein wesentliches Merkmal ist eine durchgehend angelegte und gegen alle Seiten hin offene Parklandschaft von hoher Aufenthaltsqualität. Siedlung, Architektur und Landschaft bilden eine stilistische Einheit, die dem Quartier gerecht wird und seine Identität stärkt. Die baulichen Ergänzungen passen sich gut in die vorhandene Baustruktur ein und sind wirtschaftlich realistisch.

Es ist davon auszugehen, dass die grundlegende Umgestaltung der Weidteile ein über Jahrzehnte dauernder Prozess sein wird, der in Etappen abläuft. Das Konzept der grünen Parklandschaft lässt sich schon in einer frühen Phase realisieren. Die vorgeschlagenen baulichen Erweiterungen, Verdichtungen und Umstrukturierungen können später vorgenommen werden. Sie hängen von der Bereitschaft der privaten Liegenschaftsbesitzer ab, ihre Grundstücke entsprechend der neuen baurechtlichen Ordnung zu bebauen und zu nutzen.

 

Leitvorstellung Landschaft Programm

Leitvorstellung Landschaft Schlussbericht

 

Teilgebietsplanung (TP):

Arbeitsprogramme BC Ost

Arbeitsprogramm Seevorstadt

Arbeitsprogramm Weidteile

Schlussbericht BC Ost

Schlussbericht Seevorstadt

Schlussbericht Weidteile

Städtebauliches Entwicklungskonzept A5-Westast

Timeline